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2 1. Mai Bericht 2021

Internationalistische, Antifaschistische, Antikapitalistische und Antiimperialistische Jugendgruppe aus Hamburg

2 1. Mai Bericht 2021

Wir haben ein Wochenende erlebt, an dem die Politik und auch die Justiz der Polizei den Weg geebnet hat, das Versammlungsrecht abzuschaffen. 1500 Cops, Räumpanzer, Wasserwerfer, Pferdestaffeln und auch die permanente Überwachung aus Hubschraubern haben das Szenario eines Polizeistaates erschaffen. Dies ist keine neue Entwicklung, auch historisch wurde der 1.Mai immer wieder verboten und von sozialdemokratischen Politikern zusammengeschossen. Er ist ein Kampftag gegen die bestehende Ordnung!

Los ging es mit dem Klassenfest am 30.4. am Bahnhof Sternschanze, welcher unter fadenscheinigem Vorwand fast zwei Stunden blockiert wurde. Während wir den Infektionsschutz auf unserer Versammlung definitiv gewährleisten konnten, bildete die Polizei einen Kessel drum herum, sodass von Infektionsschutz außerhalb des Klassenfestes keine Rede mehr sein konnte. Jede anwesende Person und zahlreiche Fotobeiträge auf Twitter und Co können das belegen. Die Menschen wurden aneinandergedrängt und mehrmals angegriffen. Dennoch fanden wir es wichtig, dass Klassenfest durchzuführen. Es hat vielen jungen Menschen einmal mehr gezeigt, dass die Polizei eben nicht unser Freund und Helfer ist. Im Gegenteil – die Polizei entlarvte selbst ihr wahres Gesicht: sie will linke Bewegungen gezielt zerschlagen und einschüchtern. Dies zeigt uns und vielen jungen Menschen nur noch deutlicher wie wichtig Solidarität und politischer Kampf sind! 

Den 1. Mai startete das revolutionäre Spektrum mit einer unangemeldeten Spontandemonstration mittags durch Wandsbek. Dort sollte die verbotene revolutionäre 1. Mai Demo am Abend eigentlich enden. Etwa 75 Personen konnte ohne Polizei, aber mit Abstand und Masken durch die Straßen ziehen und setzten damit schon ein Signal, dass wir uns das Versammlungsrecht nicht nehmen lassen. Für uns ist es wichtig selbstbestimmt zu demonstrieren, dies ist aktuell in Hamburg legal einfach nicht mehr möglich. 

Am Abend sammelten sich bis 18:15 Uhr etwa 500 Personen am Startpunkt der revolutionären 1.Mai Demo, die dann in zwei Spontandemonstrationen Richtung St. Georg zogen. Währenddessen sammelten sich wieder bis zu 500 Personen um den Hauptbahnhof und liefen zum Teil rufend in Kleingruppen durch die Straßen. 

Es kam immer wieder zu Angriffen der Polizei, so wurden dann etwa 150 Personen am Lohmühlenpark festgesetzt. Wir haben es nicht geschafft, uns in größeren Gruppen wieder zu sammeln. Auch das Konzept im Bahnhof zu bleiben, hat mehr Verwirrung geschaffen als Aktionsfähigkeit. Dennoch war es wichtig, es wenigstens zu versuchen. Wir werden unsere Lehren aus den gemachten Fehlern ziehen. Aber trotz Übermacht der Cops und einer noch größeren innerlinken Spaltung als in den letzten Jahren haben wir es punktuell geschafft, uns die Straße zu nehmen und die Bullen massiv zu stressen. 

Insbesondere werten wir die vielen Mobilisierungsaktionen im Vorfeld als sehr positiv, so kamen wir mit vielen verschiedenen Menschen aus zahlreichen Stadtteilen ins Gespräch. Dass dies nicht in einer großen Demonstration wie in anderen Städten mündete, lag leider an diesem Tag nicht mehr in unseren Händen. Wir werden aber vor diesem Belagerungszustand nicht kapitulieren. Es wurde deutlich, dass der Organisationsgrad der Demo noch zu gering war, um sich effektiv wehren zu können.

Also bringt euch in den kommenden Wochen und Monaten mit ein, werdet aktiv auf der Straße und in den Betrieben, damit wir zusammen stärker und effektiver werden.

Da die Entwicklung des Infektionsgeschehen auch die politische Arbeit in der nahen Zukunft beeinträchtigen wird, achtet dafür auf Ankündigungen der verschiedenen Gruppen. 

Wir danken allen Personen, die mit uns auf der Straße waren. Insbesondere bedanken wir uns bei den vielen Künstler:innen, dem Sanitätsnetzwerk und den vielen ehrenamtlichen Helfer:innen. Wenn ihr Briefe von den Repressionsorganen bekommt, meldet euch bei der Roten Hilfe Hamburg und auch gern bei den aktiven Gruppen! 

Unten gegen Oben! 

Revolutionäres 1.Mai Bündnis:

Antifa Altona Ost

Antifa Hoheluft

Antifa Norderelbe

Feministische Antifa Hamburg

Kollektiv Soziale Kämpfe

Waterkant Antifa Hamburg 

Roter Aufbau Hamburg

Young Struggle Hamburg

Zora Hamburg