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Bericht zum sexistischen Alltag

Internationalistische, Antifaschistische, Antikapitalistische und Antiimperialistische Jugendgruppe aus Hamburg

Bericht zum sexistischen Alltag

TW: Sexuelle Gewalt:


Hier zu sehen sind Schauplätze mitten in Hamburg. Die Wirkung zunächst unscheinbar, die Taten die hier jedoch begangen wurden unentschuldbar. An diesen beispielhaften Orten, die sich alle an öffentlichen Plätzen befinden, fanden sexuelle Übergriffe statt. An manchen Orten wie dem Schanzenpark oder dem Kiez mehrere. Um weitere Orte aufzuzählen, sind auch die Europapassage, der Seiteneingang des Saturns in der Innenstadt, Planten und Blomen, der Lohmühlenpark und der Spielplatz an der Lerchenstraße zu benennen. Das dies aber nur einen Ausschnitt darstellt wird schnell klar wenn man sich Zahlen der sexuellen Übergriffe von 2014-2018 anschaut, die bei knapp 1000 liegen- bezogen auf Hamburg allein. Die Dunkelziffer ist viel viel höher.

Während die Bilder also nicht repräsentativ für die Menge der sexuellen Gewalt gewertet werden können, zeigen sie eben besonders die fehlende Sicherheit für Frauen und Mädchen im öffentlichen Raum. Auffällig ist natürlich, die besonders präsente Häufung in Parks. Was aber ist mit Fällen wie beim Saturn? Der Fall von 2018 war fernab eines dunklen Parks, sondern Tagsüber mitten in der Innenstadt!

Diese Form von Gewalt ist patriarchal und somit strukturell verursacht. Denn hinter dieser Gewalt steht ein bestimmtes Verständnis über die geschlechtlichen Machtverhältnisse und versucht sich gleichzeitig über diese zu legitimieren.

Eine nachhaltige Lösung ist daher nicht, dass Frauen von klein auf gemahnt werden bloß nicht Nachts allein nach Hause zu laufen. Die Angst dahinter steht ist berechtigt, jedoch ermöglicht dieser Ansatz keine Befreiung. Der Fokus muss deswegen darauf liegen, die gesellschaftlichen Strukturen dahinter anzugehen. Schon im Kindergarten und in der Schule müssen Kinder lernen, dass alle Geschlechter gleichberechtigt und gleichwertig sind. Das alleine wird aber ein patriarchales System nicht überwinden. Die allgemeinen Rahmenstrukturen müssen aufgebrochen werden. Dafür braucht es eine völlig neue Organisierung der Politik.

Es braucht eine Politik, die den Kampf um eine feministische, ökologisch nachhaltige und antifaschistische Gesellschaft verbindet und dadurch durch die Bevölkerung gelenkt wird.

Nicht auszulassen ist in diesem Zusammenhang aber auch die häusliche Gewalt. Denn diese macht sogar einen größeren Teil als die oben geschilderten aus. Betroffene kennen oft die Täter und zeigt, dass die patriarchalen Verhältnisse auch in Beziehungen ausgetragen werden. Die patriarchale Gewalt nimmt also auf allen Bereichen Raum ein!

Für uns sind die Übergriffe, diese Angst und die Wut nicht nur ein anstrengender Marathon – es ist unser Leben! Dieser feministische Zorn wird die Welt verändern! In diesem Sinne auch dieses Jahr: Heraus zum 08. März! Zusammen kämpfen wir für das Überwinden der patriarchalen Gesellschaft! Deswegen rufen wir dazu auf euch an den Demonstrationen und Streiks an diesem Tag zu beteiligen.